Am Sonntag, 1. Februar 2026, ist Anneliese Bonek im Alter von 83 Jahren verstorben. Die Orientierungssport-Gemeinschaft trauert um die engagierte und leidenschaftliche Sportlerin, Mitglied der Naturfreunde Wien und von 1979 bis 1993 erste angestellte Sekretärin des Österreichischen Fachverbandes für Orientierungslauf. Seit 1985 war sie auch Schriftführerin des Verbandes. 1995 wurde Anneliese Bonek mit der goldenen Ehrennadel des ÖFOL ausgezeichnet.
Gemeinsam mit ihrem Mann Ernst Bonek widmete sich Anneliese viele Jahre dem Training von jungen Orientierungsläufer:innen und Kader-Athlet:innen. Ihre Kinder Peter Bonek und Katja Gassner und ihre Enkelkinder Jannis und Erik Bonek und Anika und Jasmina Gassner betreiben selbst erfolgreich Orientierungslauf und tragen die Begeisterung der Mutter und Großmutter für den Orientierungslauf weiter. Enkel Jannis Bonek krönte die familiäre Erfolgsgeschichte 2023 mit der Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz und einem ersten Platz beim Weltcup in Tschechien.
2016, anlässlich des 50-jährigen Bestehens des ÖFOL, fand mit Anneliese und ihrem Ernst ein ausführliches Interview statt. Anneliese erzählte, wie sie als Sekretärin im kleinen Büro im Haus des Sports arbeitete, das sich der Verband damals noch mit den Ringern teilte.
Zum Orientierungslauf gekommen war Anneliese im Jahr 1970. Zuvor war sie bereits als Kugelstoßerin und Hochspringerin erfolgreiche Leichtathletin gewesen – bei dieser Sportart hatte sie Ernst kennengelernt. 1968 wechselte Ernst zum Orientierungslauf, zwei Jahre später folgte ihm Anneliese. „Ich war es leid, untätig im Ziel auf Ernst zu warten“, hatte sie 2016 erzählt.
Schon als Kind war sie von Orientierungsspielen fasziniert gewesen. „Ich glaubte daher an mein Talent zum OL“, sagte Anneliese im Interview.
Am Orientierungslauf faszinierte sie, dass gleichzeitig körperliche und mentale Leistung gefordert wird und dass der Sport sowohl für Elite als auch weniger erfahrene Orientierungsläufer:innen gleich spannend und fordernd ist. Sie erwähnte auch, dass der OL die Möglichkeit bietet, mit Kindern und Enkelkindern die gleiche Freizeitgestaltung am selben Ort zu erleben und dass es wettkampfmäßige Kategorien von 10 bis 80 Jahren gibt.
Bereits 1972 war sie Mitglied der österreichischen Nationalmannschaft bei der WM in Staré Splavy, CSSR. Ihre größten Erfolge international waren zwei 8. Plätze im A-Finale der Senioren-WM in Tschechien 1998 und in Australien 2022.
Wir fragten Anneliese 2016 auch, wo der OL-Sport zehn Jahre später stehen würde. Sie sagte: „2026 wird OL in Österreich viel mehr Bekanntheit und daher auch mehr aktive Teilnehmer haben, als Wettkampfsport näher an Skandinavien gerückt sein und als Freizeitsport viele Menschen faszinieren.“
Der Verband verliert mit Anneliese eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte den OL-Sport in Österreich geprägt hat. Unser Mitgefühl gilt Ernst Bonek und allen Angehörigen von Anneliese. Wir bewahren ihr ein ehrendes Andenken.
(Das Headerbild zeigt Anneliese Bonek 1984 bei der Staatlichen Trainerprüfung)