Ein kleiner, aber schlagkräftiger Teil des österreichischen MTBO-Teams nutzte neun intensive Tage in Portugal und Spanien für fünf Wettkämpfe, sowie mehrere hochwertige Kartentrainings. Georg Koffler, Hannes und Jana Hnilica kombinierten internationale Rennhärte mit gezielter Vorbereitung auf die kommenden Saisonhöhepunkte.
Podest zum Auftakt in Évora
Im ländlichen Süden Portugals nahe Évora startete das Trio mit einer Mitteldistanz in die neue Saison. Das internationale Starterfeld war stark besetzt: neben dem „MTBO Team Austria“ nützten auch die Nationalteams aus der Schweiz, Litauen, Italien, Spanien, Portugal und einige starke Einzelfahrer die Möglichkeit, sich perfekt auf die heurige Europameisterschaft in Portugal vorzubereiten.
Umso stärker waren gleich die ersten Ergebnisse einzuordnen:
Hannes Hnilica fuhr bei der Mitteldistanz am ersten Tag direkt aufs Podest und belegte Rang drei, Georg Koffler zeigte ebenfalls eine starke Leistung und wurde Fünfter. Jana Hnilica komplettierte das geschlossene Mannschaftsergebnis mit Rang sechs.
Beim anschließenden Sprint fanden Hannes und Jana nicht optimal ins Rennen und verloren bereits zum ersten Posten wertvolle Zeit, was beiden ein Ergebnis im Mittelfeld einbrachte. Georg zeigte sich zunächst sehr zufrieden mit seinem Lauf, stempelte jedoch zur Rennhälfte den falschen Posten und wurde dadurch nicht gewertet.
Eat – Sleep – Train – Clean – Repeat
Im Anschluss folgte eine intensive Trainingswoche mit klarem Fokus auf Karte und Rennsimulation. Fünf urbane Sprinttrainings sowie zusätzliche Waldtrainings mit Mittel- und Langdistanzcharakter sorgten für ein dichtes Programm, bei dem technische-, physische- und tempoorientierte Schwerpunkte gesetzt wurden.
Der Süden Portugals zeigte sich dabei ungewohnt rau. Im kleinen Quartier liefen nicht nur die Elektroheizstrahler auf Hochtouren – auch der Gartenschlauch im Vorhof kam für das Reinigen von Rädern und Ausrüstung regelmäßig zum Einsatz. Die Tage folgten einem klaren Rhythmus: essen, schlafen, trainieren, reinigen – und wieder von vorne.
Wettkampfwochenende in Alconchel – drei Rennen in zwei Tagen
Nach einem Ruhetag ging es über die spanische Grenze nach Alconchel, wo mit den iberischen Meisterschaften ein weiteres Wettkampfwochenende wartete.
Der Massenstart am Samstag begann offensiv. Hannes, der schon beim Massenstarttraining aufgezeigt hatte („ich hab mich heute mit Adrian (Jäggi, CH) gematcht, das war wieder einmal echt cool“) setzte sich früh an die Spitze und Georg hielt Kontakt zur Führungsgruppe. Gemeinsam mit einem Schweizer Athleten standen die beiden plötzlich vor einem geschlossenen, nicht kartierten Tor. Mit einer kurzen Klettereinlage über das rund zwei Meter hohe Hindernis ging es weiter – während die nachfolgenden Konkurrenten auf derselben Schleife später ein offenes Tor vorfanden und dadurch Zeit gutmachen konnten.
Hannes kämpfte sich dennoch stark auf Rang fünf ins Ziel. Georg erwischte keinen optimalen Tag und belegte nach einigen unkonzentrierten Routenwahlen Rang 14. Jana platzierte sich in dem steilen, physisch anspruchsvollen Gelände als Achte im internationalen Top-Feld.
Am Nachmittag folgte der Sprint – und hier meldete sich das österreichische Team eindrucksvoll zurück. Jana Hnilica fuhr ein starkes Rennen und sicherte sich Rang drei („Sprint geht noch immer am besten“). Auch Hannes stand als Dritter auf dem Podium, während Georg mit Rang vier nur knapp an einem weiteren Spitzenplatz vorbeifuhr. Ein geschlossen starkes Mannschaftsergebnis.
Sieg zum Abschluss über die Mitteldistanz
Den Abschluss bildete am Sonntag eine physisch anspruchsvolle Mitteldistanz mit harten Anstiegen und technisch fordernder Kartensituation. Nicht kartierte Kuhtrampelpfade sowie orange Wege mit Interpretationsspielraum sorgten für zusätzliche Herausforderungen und führten im Ziel zu Diskussionen im Starter-Feld.
Hannes ging vom Start weg offensiv ins Rennen, fuhr die Anstiege konsequent am Limit und sicherte sich mit einer starken Leistung den Sieg. Georg präsentierte sich ebenfalls in sehr guter Form („war deutlich besser als am Vormittag“) und belegte mit starken Splits trotz kleiner Unsicherheiten Rang sieben. Jana zeigte erneut ein konstantes Rennen und platzierte sich ebenfalls auf Rang sieben inmitten der internationalen Konkurrenz.
Gelungene Vorbereitung auf die Saisonhöhepunkte
Insgesamt ziehen die österreichischen Athlet:innen ein sehr positives Fazit. Neben einem Beweis der guten Frühform stellte vor allem die Kombination aus internationaler Rennbelastung und qualitativ hochwertigen Trainings eine wertvolle Grundlage dar. Der erste Vergleich mit starker Konkurrenz war im Hinblick auf den Weltcup in Ungarn Anfang Mai, sowie die Europameisterschaften in Portugal Ende Mai eine ideale Standortbestimmung.
Der Saisonstart ist gelungen – die Form stimmt!