Weltspitze in Sicht: 14. Platz für Lukas Novak und Viertelfinal-Einzug von Ylvi Kastner

Ein langes und hochintensives Weltcupwochenende im schwedischen Borås ging am 31. Mai 2026 zu Ende. Das österreichische Nationalteam reist mit zwei absoluten Meilensteinen im Gepäck nach Hause: Lukas Novak lief im Einzelsprint auf den sensationellen 14. Gesamtrang und unterbot damit seine bisherigen Bestleistungen. Ylvi Kastner bestätigte eindrucksvoll ihre Klasse im Sprint und kämpfte sich erneut ins Knock-Out Viertelfinale der besten Läuferinnen vor.

Knock-Out-Sprint: Ylvi Kastner stürmt erneut ins Viertelfinale

Bereits am ersten Wettkampftag am 28. Mai zeigten sich die technischen und physischen Herausforderungen der schwedischen Bahnen, die durch zahlreiche künstliche Barrieren maximale Konzentration erforderten. Ylvi Kastner erwischte in der Qualifikation einen hervorragenden Start und zog souverän in die Finalrunde ein.

„Ich bin sehr zufrieden, die Quali war das Ziel“, resümierte Ylvi nach dem Vorlauf erleichtert. „Ich bin okay reingestartet und habe versucht, mich durch den Gegnerinnenkontakt sowie die sehr schwierig aufzulösenden Routen nicht stressen zu lassen. Ich habe mich schnell entschieden und wo es ging aufs Tempo gedrückt.“

Trotz eines kleinen Routen-Übersehens gegen Ende und eines kurzen Parallelfehlers im falschen Innenhof hielt sie den Zeitverlust in Grenzen. Im anschließenden Viertelfinale der besten Läuferinnen stellte sie sich der harten internationalen Konkurrenz und bewies einmal mehr, dass sie in diesem spektakulären Format fest zur erweiterten Weltspitze gehört, konnte dort das hohe Tempo nicht mitgehen und verlor bei einer Routenwahl wichtige Sekunden.

Auch Lukas Novak zeigte sich in der Knock-Out-Qualifikation läuferisch stark, haderte jedoch mit den tückischen Barrieren: „Wir waren eigentlich ganz gut eingestellt auf das, was uns in der Qualifikation erwartet hat. Es war eine recht stressige und fordernde Qualibahn. Leider habe ich beim Vorplanen einen Durchgang übersehen und viel Zeit liegen gelassen. Aber ich nehme auf jeden Fall mit, dass der Speed passt.“

Alle Ergebnisse unserer Athlet:innen:

9 (33) Ylvi Kastner Austria Women-C 10:30:00 09:19 (9) +00:22
19 (248) Lukas Novak Austria Men-C 09:45:00 08:55 (19) +00:32
21 (95) Tina Tiefenboeck Austria Women-B 10:51:00 09:48 (21) +01:14
23 (281) Georg Groell Austria Men-C 09:56:00 09:06 (23) +00:43
30 (79) Anna Nilsson Simkovics Austria Women-A 10:46:00 10:32 (30) +01:50
32 (271) Nicolas Kastner Austria Men-B 09:53:00 09:12 (32) +01:05
37 (243) Mathias Peter Austria Men-A 09:44:00 09:03 (37) +00:58
– (297) Moritz Czech Austria Men-A 10:02:00 mp  

Einzelsprint: Lukas Novak knackt die Top 15

Der absolute Höhepunkt aus rot-weiß-roter Sicht folgte im klassischen Einzelsprint. Nach seinem starken 20. Platz bei der EM 2025 in Belgien und dem Ausrufezeichen im April beim Weltcup in Locarno (Platz 15 zeitgleich mit Legende Daniel Hubmann), setzte Lukas Novak in Schweden noch einen drauf. Mit einer mentalen Meisterleistung und enormer Laufstärke sprintete er auf den 14. Platz – nur winzige drei Sekunden fehlten ihm auf die absoluten Top 10 der Welt.

„Es war heute ein super cooler Tag“, strahlte Lukas nach seinem historischen Erfolg. „Ich habe mich schon vor dem Rennen einfach sehr auf den Wettkampf und die zu erwartenden Herausforderungen gefreut und bin dementsprechend locker reingestartet. Ich konnte umsetzen, was ich mir vorgenommen habe, habe Posten für Posten abgearbeitet und bin im Moment geblieben. Einzig nach dem Zuschauerdurchlauf ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen. Es ist cool zu sehen, dass mir nur drei Sekunden auf die Top 10 gefehlt haben, aber denen trauere ich nicht allzu sehr nach, nachdem es auch hinter mir super eng zuging. Ich bin einfach super happy mit dem 14. Platz!“ Mit diesem Ergebnis im Rücken blickt Lukas hochmotiviert auf die finalen Wochen der WM-Vorbereitung.

Für Ylvi Kastner verlief der Einzelsprint solide, wenn auch nicht ganz nach ihren eigenen hohen Erwartungen. Sie belegte einen respektablen Platz im Mittelfeld, verpasste eine noch bessere Platzierung jedoch durch kleine Fehler im Schlussteil: „Mein Ergebnis ist okay, aber ich bin leider nicht so zufrieden. Ich habe zwar großteils so agiert, wie ich es mir vorgenommen habe, und mir Zeit genommen, wenn ich sie gebraucht habe. Leider habe ich zwei längere Routen schlecht ausgeführt. Gegen Ende war ich physisch sehr am Limit und bin in eine Sackgasse gelaufen, wo ich wertvolle Zeit verloren und einen möglichen Top 15–20 Platz vergeben habe.“

Alle Platzierungen unserer Athlet:innen:

14 Lukas Novak Men (135) 15:09 +0:52 03:30
25 Ylvi Kastner Women (111) 15:07 +1:25 04:08
59 Jannis Bonek Men (135) 15:51 +1:34 03:40
78 Anna Nilsson Simkovics Women (111) 17:03 +3:21 04:40
81 Mathias Peter Men (135) 16:18 +2:01 03:46
91 Tina Tiefenboeck Women (111) 17:31 +3:49 04:47
94 Nicolas Kastner Men (135) 16:39 +2:22 03:51
98 Georg Groell Men (135) 16:47 +2:30 03:53
100 Moritz Czech Men (135) 16:51 +2:34 03:54

Sprint-Staffel: Bravouröser Kampf unter schwierigen Vorzeichen

Am Sonntag wartete zum Abschluss die prestigeträchtige Sprint-Staffel. Das österreichische Team musste dabei kurzfristig einen herben Dämpfer hinnehmen: Unsere aktuell stärkste Läuferin laborierte an einem Infekt und war für den harten Teambewerb nicht fit. In dieser schwierigen Situation sprang Tina Tiefenböck ein. Sie übernahm die schwere Aufgabe auf der Damen-Start-Schleife mit Bravour, lief ein couragiertes, technisch sauberes Rennen und löste ihre Aufgabe mannschaftsdienlich gut. Auch wenn das neu formierte rot-weiß-rote Quartett aufgrund des Ausfalls das allerletzte Tempo an der absoluten Weltspitze nicht ganz mitgehen konnte, zeigte die gesamte Staffel großen Kampfgeist und brachte das Rennen solide ins Ziel.

Der Quervergleich: Österreich etabliert sich in der Weltklasse

Der Blick in das Archiv von orienteeringaustria.at unterstreicht die enorme sportliche Entwicklung des ÖFOL-Teams: Schaffte es das Duo Kastner/Novak in der Vergangenheit (wie bei der EM 2025) oft „nur“ bis ins Viertelfinale oder kratzte an den Top 20/30, so zeigen die aktuellen Ergebnisse eine deutliche Konstanz auf allerhöchstem Niveau. Lukas Novaks Sprung von Platz 20 (EM 2025) über Platz 15 (Locarno 2026) hin zu Platz 14 im skandinavischen Kernland beweist: Österreich läuft im Sprint nicht mehr nur mit, sondern kämpft aktiv um die Top-Platzierungen gegen die traditionellen Übernationen aus Schweden, der Schweiz und Norwegen.

Wir gratulieren dem gesamten Team zu diesen großartigen Leistungen und blicken mit viel Vorfreude und Selbstvertrauen in Richtung der kommenden Weltmeisterschaften!

Alle detaillierten Ergebnislisten und Splits der einzelnen Läufe sind unter den offiziellen Eventor- und WinSplits-Plattformen: WELCOME | International Orienteering Federation

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