WUOC 2026: Hitzeschlacht zum Abschluss in der Mitteldistanz – ÖFOL-Team zieht positives Fazit

Mit der anspruchsvollen und extrem heißen Mitteldistanz im Wald gingen die World University Orienteering Championships (WUOC) 2026 im portugiesischen Vila Real am Samstag zu Ende. Das österreichische Team kämpfte in einem hochkarätig besetzten Feld noch einmal mit letzter Kraft gegen die Hitze und physische Grenzen. Neben starken Einzelplatzierungen über die gesamte WM-Woche hinweg zieht die ÖFOL-Delegation vor allem ein durchwegs positives Resümee über den Teamgeist und die Organisation.

Herren: Österreichs Herren-Quartett knapp beieinander

Auf der physisch und technisch enorm fordernden Herrenbahn (4,0 km / 245 Hm / 21 Posten) setzte sich der Franzose Antoine Becaert in 25:41 Minuten durch und sicherte sich Gold vor Svante Selin (SWE, +1:15) und Romain Pichard (FRA, +2:00).

Das österreichische Team lieferte ein geschlossenes Mannschaftsergebnis ab, auch wenn die Hitze den Athleten von Beginn an alles abverlangte:

  • Lukas Novak lief nach seinen Top-5-Erfolgen im Sprint erneut ein beherztes Rennen und belegte als bester Österreicher mit 29:54 Minuten den 22. Platz (+4:13).
  • Dicht dahinter folgte Simon Tobler auf dem 23. Platz (29:58 Min. / +4:17).
  • Kilian Zapf erreichte nach solidem Lauf den 47. Platz (32:17 Min. / +6:36).
  • Peter Brabek komplettierte das Ergebnis auf Rang 54 (33:01 Min. / +7:20).
  • Moritz Czech konnte gesundheitlich bedingt leider nicht an den Start gehen.

Das sagen die Athleten zum Rennen:

Simon Tobler: „Auch wenn ich mir nicht viel von den Sprint-Wettkämpfen erwartet habe, war ich doch recht enttäuscht, da sich das Laufen und Orientieren eigentlich gut angefühlt hat und ich durch dumme oder unnötige Fehler gute Platzierungen hergegeben habe.

Bei der Mitteldistanz war ich physisch schon nach wenigen Minuten sehr am Limit, wahrscheinlich wegen der Hitze. Danach habe ich nur gekämpft, konzentriert zu bleiben, somit war keine gute Platzierung möglich. Insgesamt war es aber eine erfahrungsreiche und lustige Woche mit dem Team.“

Peter Brabek: „Sportlich habe ich mir mehr erhofft. Nach einem knappen Ausscheiden in der Qualifikation für den KO-Sprint und nach einer durchwachsenen Leistung im technisch sehr anspruchsvollen Sprint habe ich mir besonders für die Mitteldistanz große Ziele gesetzt. Leider konnte ich in der Hitze von Vila Real keinen kühlen Kopf bewahren und ich machte im ersten Teil des Rennens zu viele Fehler für eine gute Platzierung.

Abseits davon war es eine sehr gut organisierte Studenten-WM und der Austausch mit Athleten aus aller Welt hat es wieder einmal zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.“

Damen: Finnischer Sieg & wackerer Kampf gegen die Temperaturen

Bei den Damen (3,5 km / 235 Hm / 17 Posten) ging der Sieg an die Finnin Inari Karppinen in 29:00 Minuten vor Klara Borg (SWE, +0:49) und Fanny Delahaye (FRA, +1:30).

Anna Gröll, die ebenfalls gesundheitlich angeschlagen war und nicht zu 100 % fit an den Start gehen konnte, musste schweren Herzens auf den Abschlussbewerb verzichten. Somit hielten zwei Österreicherinnen im Wald die Fahnen hoch:

  • Lina Buchberger belegte nach hohem Einsatz den 60. Platz (42:54 Min. / +13:54).
  • Livia Radon lief auf den 78. Platz (49:33 Min. / +20:33).

Betreuer-Fazit: „Stolz auf die Leistungen des Teams“

Das Betreuer-Duo Claudia und Ferri blickt mit viel Stolz auf den Einsatz der Mannschaft zurück:

„Als wir kurzfristig zugesagt haben als Betreuer mitzukommen, haben wir schon erwartet, dass unser Team mit hoher Selbstmotivation und vollem Einsatz dabei sein wird – und unsere Erwartungen wurden vollständig erfüllt. Alle haben sich immer gegenseitig unterstützt, konkrete Tipps für die Wettkämpfe gegeben und Bahnen für die Sprints vorbereitet.

Die wichtigsten Aufgaben für uns vor Ort waren organisatorische Themen und für ausreichende Abkühlung vor und nach den Wettkämpfen mit Eiswürfeln, gefrorenen Handtüchern und Kühlwesten zu sorgen.

Von der technischen Qualität der Wettkämpfe und vom hohen Niveau der Teilnehmenden mit Welt- und Europameister:innen am Start waren wir sehr positiv überrascht. Eine wichtige Aufgabe für uns war es daher auch, die persönlichen Leistungen in diesem Top-Teilnahmefeld positiv einzuordnen.

Wir sind stolz auf die Leistungen des Teams! …und die fehlende(n) Sekunde(n) hätten wir gerne für manche noch beigesteuert.“

Die österreichischen Ergebnisse der Mitteldistanz im Überblick

Herren (4,0 km / 245 Hm / 21 Posten)

  1. 🥇 Antoine Becaert (FRA) – 25:41 Min.
  2. 🥈 Svante Selin (SWE) – 26:56 Min. (+1:15)
  3. 🥉 Romain Pichard (FRA) – 27:41 Min. (+2:00)
  • 🇦🇹 22. Lukas Novak (AUT) – 29:54 Min. (+4:13)
  • 🇦🇹 23. Simon Tobler (AUT) – 29:58 Min. (+4:17)
  • 🇦🇹 47. Kilian Zapf (AUT) – 32:17 Min. (+6:36)
  • 🇦🇹 54. Peter Brabek (AUT) – 33:01 Min. (+7:20)
  • (Moritz Czech: DNS)

Damen (3,5 km / 235 Hm / 17 Posten)

  1. 🥇 Inari Karppinen (FIN) – 29:00 Min.
  2. 🥈 Klara Borg (SWE) – 29:49 Min. (+0:49)
  3. 🥉 Fanny Delahaye (FRA) – 30:30 Min. (+1:30)
  • 🇦🇹 60. Lina Buchberger (AUT) – 42:54 Min. (+13:54)
  • 🇦🇹 78. Livia Radon (AUT) – 49:33 Min. (+20:33)
  • (Anna Gröll: DNS)

Ausblick: Nächstes Highlight wartet bereits!

Lange Zeit zum Durchschnaufen bleibt für die Elite nicht: Nach den intensiven Tagen im portugiesischen Sommer richtet sich der Blick des ÖFOL-Kaders direkt auf die nächste Herausforderung – den Weltcup (Round 3) in Tschechien, wo sich das Nationalteam in Kürze erneut mit der absoluten Weltspitze messen wird.

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