Großer Erfolg für den österreichischen Orientierungssport: Der Wiener Heeressportler Hannes Hnilica hat Sportgeschichte geschrieben. Mit einem starken sechsten Platz auf der kräftezehrenden Langdistanz fixierte er den ersten Herren-Gesamtweltcupsieg in der Historie des Österreichischen Fachverbandes für Orientierungslauf (ÖFOL) bereits vor dem abschließenden Sprint.
In der Geschichte des Verbandes gelang dieser Triumph bislang nur Michaela Gigon im Jahr 2010. Auf der anspruchsvollen Langdistanz entlang der weltberühmten Wasalaufstrecke bewies Hnilica einmal mehr seine Klasse und glänzte mit hervorragenden Routenwahlen. Lediglich zweimal verließ ihn das Glück, als er in unübersichtlichen Kartensituationen wertvolle Zeit verlor. Dennoch reichte die Spitzenplatzierung für den sensationellen Triumph im Gesamtweltcup und das begehrte WM-Diplom.
„Ich bin mit dem ersten WM-Elite-Diplom und natürlich mit dem Weltcup-Gesamtsieg mehr als zufrieden“, zeigte sich Hnilica in einem ersten Kommentar begeistert. „Zu Beginn der Saison hätte ich nicht gedacht, dass ich ganz vorne mitfahren kann. Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe!“
Solide Teamleistungen und finnische Dominanz
Auch Georg Koffler und Tobias Breitschädel zeigten auf der Langdistanz eine überzeugende Leistung. Der Kärntner Koffler erkämpfte den starken 26. Platz, dicht gefolgt von Breitschädel auf Rang 32. Beide Athleten sicherten sich damit wertvolle Weltcuppunkte.
Mannschaftlich bärenstark präsentierten sich die Finnen in dem für die Skandinavier typischen Gelände. Samuel Pokala holte sein zweites Gold vor seinem Landsmann Miika Nurmi und dem Litauer Ignas Ambrazas.

Durchwachsene Ergebnisse und Blick nach vorne
Für die weiteren österreichischen Starter verlief der Tag durchwachsen. Bernhard Kogler, noch sichtlich vom Sturz am Vortag angeschlagen, kämpfte sich durch und belegte Platz 57 unter insgesamt 84 Startern. Andreas Waldmann erwischte nach seinem starken zehnten Platz am Vortag ein verpatztes Rennen und wurde zu allem Überfluss disqualifiziert, da er eine Kreuzung übersah und auf einen gesperrten Weg gelangte. Linus Dobler belegte in der Kategorie M20 mit einer starken Erkältung den 34. Rang.
Bei den Damen lief es für Jana Hnilica nicht nach Wunsch. Sie ging offensichtlich nicht ganz fit ins Rennen, klagte über schwere Beine und musste sich mit dem 33. Platz zufriedengeben.
Nun liegt der Fokus des Nationalteams ganz auf der Regeneration. Nach dem morgigen Ruhetag und dem erreichten „Pflichtdiplom“ folgen am Samstag der Sprint und am Sonntag die Staffel, bei denen hoffentlich die „Kür“ für das MTBO Team Austria folgt.
by Thomas Hnilica
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