MTBO Austria-Cup-Finale in Sopron

Das MTBO-Austria-Cup-Finale fand am 17. und 18. Oktober 2026 im benachbarten Ungarn statt. Nur wenige Kilometer hinter der Grenze bei Klingenbach veranstaltete der SMAFC Sopron unter der Regie des erprobten Wettkampfleiters Tibor Molnar zwei Wettbewerbe. Am Samstag, 17. Oktober fand im Nordteil der hinlänglich bekannten Karte: „Szarhalom“, – einem Hügelgebiet östlich der Stadt Sopron – eine Mitteldistanz statt. Zuletzt fand im selben Gebiet 2024 eine Etappe der vom OLT Transdanubien organisierten „MTBO-days-Austria“ statt. Fast jede:r Teilnehmer:in war hier schon mindestens ein bis zwei Mal mit dem Bike wettkampfmäßig unterwegs und wusste daher schon, was zu erwarten war.

Aufgrund der trockenen Bedingungen waren sämtliche Wege und Pfade „steinhart“ und dadurch – trotz einiger Höhenmeter – gut und schnell befahrbar. Dadurch waren auch niedrige Siegerzeiten zu erwarten.

In der Herren-Elite hatte der Veranstalter eine 13,8km + 450 Hm lange Strecke vorbereitet, wobei 15 Posten anzufahren waren; die Idealstrecke betrug dabei 21,7km, also fast 8km mehr! An vorderster Front duellierten sich die beiden derzeit besten österreichischen Fahrer um den Tagessieg und ließen die ungarische Konkurrenz hinter sich. Hannes HNILICA konnte sich in 54:25 mit knapp 1:34min Vorsprung auf Andreas WALDMANN durchsetzen (beide OLT Transdanubien). Drittschnellster an diesem Tag wurde der Ungar Adam BEÖTHY (Megalodusz SE) in 59:41. Der drittbeste Österreicher und gleichzeitig beste Junior war Linus DOBLER (MTV Hernals) am 5. Tagesrang (68:14).

Auch die Damen-Elite hatte eine sehr anspruchsvolle Strecke gespickt mit etlichen Höhenmetern zurückzulegen; 11,2km mit 395Hm bei 14 Posten – Idealroute 18,8km! Jana HNILICA (OLT Transdanubien) sicherte sich in 60:21 den Tagessieg vor ihrer Tante Katja HNILICA (NF Villach) in 66:06. Knapp dahinter in 67:29 Michaela GIGON (OLTT).

Im Rahmen dieses Bewerbes wurde auch die ÖMS Middle für die Jugendkategorien nachgetragen, da sie beim ursprünglichen Bewerb im ungarischen Marko Mitte Juli nicht gewertet werden konnten. Lina STOCKMAYER (D-14 /HSV Wr. Neustadt), David KALTENBACHER (H-14 /HSV Wr. Neustadt) und Anton GREINER (H-17 /OLC Graz) holten sich hierbei die österreichischen Meistertitel.

Eine Kritik, die sich der Veranstalter gefallen lassen muss ist, dass die Bahnen zwar interessant waren, aber der Charakter einer Mitteldistanz in keiner Weise erfüllt war. Es handelte sich eher um eine kurze Langdistanz mit wenigen Posten und langen Routenwahlen, anstatt oftmaligen Richtungsänderungen mit vielen technischen Posten.

Am Sonntag, 18. Oktober, folgte schließlich das „Grande Finale“ der heurigen MTBO-Saison mit der abschließenden Langdistanz-Meisterschaft. Für diesen Bewerb wurde die ursprüngliche Karte um ca. 4km² Weinberge im Südosten erweitert. Ein Großteil dieses Bewerbes spielte sich hier auf der Ostseite der Hügelkette – mit perfektem Blick auf den ungarischen Teil des Neusiedler Sees ab.

Entscheidend war hier wohl auch die Vermeidung von unnötigen Höhenmetern auf langsam zu befahrenden, weil steilen Pfaden zwischen den Weinzeilen. Auch war die Karte an einigen Stellen ziemlich „gewöhnungsbedürftig“, da betonierte schnelle Wegeteile nur als mittelmäßig zu befahrende Pfade (strichliert) dargestellt waren. Auch „verschwand“ ein Weg, an einem Ackerrand gelegen, – kurz nach dem Startbereich -, da ein Landwirt mit seinem Pflug diesen kurzerhand umpflügte, was zur Verwirrung einiger Teilnehmer:innen führte. Die Bahnen dieser Langdistanz waren sehr interessant, obwohl manch eine Teilstrecke bzw. Routenwahl in den letzten Jahren bereits vorgekommen war.

Dennoch setzten sich auch an diesem Tag wiederum die Besten durch. In einigen Klassen war das Podium fast ident zum Vortag.

Eine beachtliche Dimension wies die Strecke für die Elite-Herren auf: 25,0km Luft = 38,0km Idealstrecke mit 590Hm bei nur 17 Posten! Obwohl die Strecke um etliches länger war als am Vortag, war der Zeitunterschied zwischen den beiden Spitzenfahrern noch geringer als tags zuvor. Nur 24 Sekunden trennen den neuerlichen Sieger Hannes HNILICA (91:25) und den Zweiten Andreas WALDMANN (91:49). Auch an diesem Tag landete der Ungar Adam BEÖTHY in 97:36 am 3.Platz. Dritter in der Staatsmeisterschaftswertung wurde Georg KOFFLER (NF Villach) in 98:16 (4.Tagesrang).

19,5km (Luft) = 31,0km (Ideal) mit 530HM bei 16 Posten wies die Damen-Elitestrecke auf. Und auch an diesem Tag war die Reihenfolge gleich der am Vortag. Jana HNILICA (93:45) vor Katja HNILICA (103:38) und Michaela GIGON (107:00), waren die Medaillengewinnerinnen der ÖM Lang!

Sowohl für Hannes als auch für seine Schwester Jana waren dies bereits die 4. nationalen Meistertitel im heurigen Jahr, also ein „Clean Sweep“ an Titeln in einer MTBO-Saison [Mass-Start, Sprint, Middle, Long].

Allerdings und kurios gleichzeitig, beide konnten trotz 6 AC-Tagessiegen [von 11 Bewerben] nicht den AC-Gesamtsieg erringen; hierzu wären 7 Resultate notwendig gewesen, die beide nicht hatten!

Dieser ging bei den Damen an Michaela GIGON und bei den Herren an Bernhard KOGLER (OLT Kufstein), für Bernhard der erste Gesamt-Cupsieg seiner MTBO-Laufbahn.

Michael Melcher   

Ergebnisse und Bewertungstool unter:
https://anne.orienteeringaustria.at/event/11-mtbo-ac-ostmom-lang
https://anne.orienteeringaustria.at/event/10-mtbo-ac-mittel

Rangliste auf ANNE:
https://anne.orienteeringaustria.at/cup/austria-cup-mtbo-2026/rangliste

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