Traumgelände x Superkarte/-bahnen x Traumwetter ergibt Zirbenlandopen

Das Pfingstwochenende lockte trotz des für manche nicht ganz optimalen Termins mehr als 600 Orientierungsläufer*innen ins spektakuläre Zirbitzkogelgebiet. Auf dem Truppenübungsplatz (TÜPL) Seetaler Alpe wurde den Teilnehmer*innen ein dreitägiges OL-Erlebnis der Extraklasse geboten – gekrönt von spannenden Entscheidungen bei den Österreichischen (Staats-)Meisterschaften im Staffel-OL sowie im Austria Cup über die Lang- und Mitteldistanz.

Bereits im Jahr 2019 war das Zirbitzkogelgebiet mit den Titeln für die beste Veranstaltung und die beste Karte ausgezeichnet worden. Auch im Jahr 2026 erfreute das alpine Gelände auf einer Höhe zwischen 1450 und 2000 Metern das Läuferfeld. Das eingespielte Team des OLC Graz, tatkräftig verstärkt durch den HSV Feldbach und den bewährten Top-Auswerte-Spezialisten Christopher Immervoll, leistete ganze Arbeit. Zusammen mit den gewohnt akribischen Controllern Robert Ditz (Kartenkonsulent) und TD Erik Adenstedt wurde im Vorfeld alles für faire und technisch hochanspruchsvolle Wettkämpfe vorbereitet.

Packende Titelkämpfe bei der ÖSTM/ÖM Staffel

Den Auftakt des verlängerten Wochenendes machte am Freitag die Österreichische Staatsmeisterschaft und Österreichische Meisterschaft im Staffel-Orientierungslauf. Das anspruchsvolle, hochalpine Gelände forderte von den Dreier-Teams von Beginn an vollste Konzentration. Schnelles Laufen im alpinen Gelände gepaart mit präzisem Feinorientecken in den detailreichen Abschnitten bildeten den Schlüssel zum Erfolg.

Die Staffeln schenkten einander keinen Meter, und am Ende durften sich die neuen/alten Staatsmeisterinnen im Zielareal gebührend feiern lassen, den Naturfreunde Wien holen bei den Damen zum 5zen Mal den Titel! Ganz anders die Situation bei den Herren, dort setzte sich nach fast 30 Jahren Pause an der österreichischen Spitze der OLC Leibnitz durch.
Auch in den Nachwuchs- und Seniorenklassen (ÖM) wurden um jede Sekunde gefightet, wobei die familiäre, aber hochkompetitive Stimmung für ein unvergessliches Meisterschaftsflair sorgte.

Damen ab 19
1. Naturfreunde Wien 1 in 2:09:10 mit Anika Gassner 96 44:34 / Ylvi Kastner 00 40:13 /Jasmina Gassner 99 44:23
2. OLC Graz 1 in 2:15:33 mit Antonia Erhart 98 46:43 / Anna Gröll 02 40:56 / Laura Ramstein 92 47:54
3. OLC Graz 2 in 2:33:37 mit Flora Aigmüller 04 47:56 / Charlotte Brischnik 07 51:43 / Hannah Winkler 03 53:58

Herren ab 19:
1. Leibnitzer AC OLG 1 in 1:43:53 mit Moritz Czech 04 34:16 / Simon Tobler 04 33:24 / Lukas Novak 01 36:13
2. OC Fürstenfeld 1 in 1:52:03 mit Peter Brabek 03 36:16 / Kilian Zapf 02 38:25 / Leo Holper 00 37:22
3. SU Klagenfurt in 1:53:29 mit Martin Binder 84 35:59 / David Schneider 81 38:42 / Jonas Meizer 07 38:48

ORF Zusammenfassungen:
Mi, 27.5.26 – Sport20 – 20.00 Uhr, ORF Sport Plus
So, 31.5.26 – Sportbild – 13.30 Uhr, ORF 1

Zum Abschluss zeigten bei der Mitteldistanz auch unsere Jungstars groß auf

Das Siegertrio war Marie Egger vom FUN-OL NÖ, Anna Hohenwarter von Naturfreunde Villach – Orienteering und Lucia Meizer von der SU Klagenfurt mit einer Laufzeit von rund 35 Minuten für die 2,9 km. Mit Julie Sagués Berthon vom HSV OL Wiener Neustadt, Annika Binder von der SU Klagenfurt und Lihuen Le Blanc von den Naturfreunden Wien gelang drei Damen über die 100 Höhenmeter der Anstieg in der Guten Mitte in rund 41 Minuten der Parcours. Das „Erfolgreiche Ende“ bildeten Moira Pitman von der SU Klagenfurt, Katharina Unger vom OC Fürstenfeld und Selina Kaiser vom HSV OL Wiener Neustadt mit dem Finden der 14 Kontrollposten in rund 64 Minuten.
Foto G187 Quelle: van Arx

Bestens versorgt: Perfekte Infrastruktur am TÜPL

Ein absoluter Erfolgsfaktor war das Wettkampfzentrum direkt am Truppenübungsplatz Seetaler Alpe. Rund 250 Teilnehmer*innen konnten direkt vor Ort untergebracht werden, was dem Event einen einzigartigen „Campus-Charakter“ verlieh. Die kurzen Wege ermöglichten komplett autofreie Wettkämpfe und schufen viel Raum für stressfreie Begegnungen und Fachsimpeleien innerhalb der OL-Szene. Selten sah man bei einem nationalen Wettkampfwochenende so viele entspannte und zufriedene Gesichter.

Der OL im Wandel der Zeit – Was sich in 7 Jahren verändert hat

Der direkte Vergleich zum Jahr 2019 zeigte eindrucksvoll, wie stark sich der Orientierungslauf-Sport in den letzten sieben Jahren weiterentwickelt hat:

  • Höchste Kartenqualität: Die völlig neu aufgenommene Karte, meisterhaft gezeichnet von Daniel Lebar, überzeugte auf ganzer Linie. Trotz der enormen Fülle an alpinen Details ist die Lesbarkeit im Vergleich zur alten Karte drastisch gestiegen – ein Unterschied, der besonders beim direkten Nebeneinanderlegen der Versionen ins Auge sticht.
  • Boom im Nachwuchs: Besonders erfreulich präsentierte sich das Starterfeld der jüngsten Läufer*innen. Die Teilnehmerzahlen in den Kategorien Family, H10/D10 und auf der Kinderfähnenstrecke haben sich prächtig entwickelt. Diese lebendige Begeisterung fiel auch den anwesenden Ehrengästen im Vergleich zu anderen Sportarten sehr positiv auf.
  • Seniorengerechte Bahnen: Die Bahnlegung hat spürbar an Differenzierung gewonnen. Die Bahnen zeigten sich im Jahr 2026 wesentlich reifer und vor allem deutlich seniorengerechter konzipiert, ohne dabei an technischem Anspruch einzubüßen.
  • Gestiegene Event-Anforderungen: Auch das „Rundherum“ hat ein neues Level erreicht. Eine verlässliche Indoor-Unterbringung für alle Teilnehmenden bei möglichem Schlechtwetter im alpinen Raum ist heute ebenso Standard wie eine Rettungsversorgung auf höchstem Niveau. Ein umfangreiches Transportservice für die ältesten und jüngsten Starter:innen sowie exakt getaktete, kurzweilige Siegerehrungen rundeten das professionelle Bild ab.
  • Infrastruktur für Wohnmobile: Der Trend zum mobilen Zuhause ist ungebrochen. Waren es 2019 noch vereinzelte Fahrzeuge, so präsentierte sich der Hauptparkplatz heuer als riesiges Wohnmobil-Areal, das die Infrastruktur des Veranstalters bis auf den letzten Platz forderte.

Ausblick: Riesiges Potenzial für die Zukunft

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Wochenendes, das am Samstag und Sonntag mit dem 9. AC (Langdistanz) und 10. AC (Mitteldistanz) seine Fortsetzung fand, durfte das Organisations- und Helferteam viel Lob entgegennehmen. Das spornt an und schafft Motivation für neue Aufgaben: Das Österreichische Bundesheer hat mittlerweile ein ungefähr gleich großes Anschlussgebiet freigegeben. Dieses Areal grenzt direkt an und bietet optimale Voraussetzungen für zukünftige nationale oder gar internationale Orientierungslauf-Großevents im Zirbenland.

Ein großes Dankeschön gilt allen Helfer:innen, den unterstützenden Vereinen und dem Bundesheer für dieses großartige OL-Fest!

Die vollständigen Ergebnisse, Zwischenzeiten und Livelox-Routen aller Tage sind bereits auf ANNE verfügbar.
Hinweis auf unser Bewertungstool der jeweiligen Veranstaltung!

Stand aktuelle Austira Cup Wertung: Austria Cup Ranglisten – Orienteering Austria

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