Emily Adenstedt

JWOC 2026: Ein Team auf dem richtigen Weg

Die Junioren-Weltmeisterschaften 2026 im schwedischen Karlskrona waren für das österreichische Team definitiv die Reise wert. Neben einzelnen starken Resultaten stand im Mittelpunkt, dass sich die bisherige Arbeit im Team bestätigt hat und unsere Athlet:innen wichtige Erfahrungen auf internationalem Topniveau sammeln konnten.

Intensives Programm

Innerhalb von sechs Tagen verlangten fünf Wettkämpfe den Athletinnen und Athleten alles ab. Die technisch anspruchsvollen schwedischen Wälder, schnelle und knifflige Sprintentscheidungen sowie physisch fordernden Rennen boten ein Umfeld, in dem kleine Details über große Unterschiede entschieden. Genau diese Bedingungen machen die JWOC zu einem zentralen Schritt in der Entwicklung junger Orientierungsläufer:innen.

Um im Spitzenfeld zu bestehen, müssen Orientierung, Laufleistung, mentale Stärke und das Umfeld an einem Tag perfekt zusammenspielen.

Emily Adenstedt läuft in die Top Ten

Das sportliche Highlight aus österreichischer Sicht gelang Emily Adenstedt (Orienteering Klosterneuburg). Mit einem hervorragenden 9. Platz im Sprint erfüllte sie sich den Traum einer Top-10-Platzierung bei ihrer letzten Junioren-Weltmeisterschaft. Überraschend war dabei weniger das Ergebnis als vielmehr die Disziplin, da ihr Fokus eher auf den Wald-Disziplinen lag.

Ihre Vorbereitung verlief alles andere als optimal. Schmerzen im Schienbein erschwerten die letzten Trainingswochen erheblich. Umso beeindruckender war, wie Emily mit viel Disziplin, Geduld und Einsatzbereitschaft dennoch ihr großes Ziel erreichte. Im Betreuerteam ist man überzeugt, dass in ihrer Entwicklung noch viel Potenzial steckt. Besonders beeindruckend bleibt dabei ihre positive Ausstrahlung – unabhängig von den Ergebnissen verliert Emily kaum ihr Lächeln und überzeugt mit einer bemerkenswert reifen Herangehensweise.

Eine Damenstaffel mit starkem gemeinsamen Auftritt

Ein weiteres starkes Ergebnis erzielte die österreichische Damenstaffel. Mit Platz 14 erreichte das Team das beste Ergebnis in der Nationenwertung der vergangenen Jahre.

In einem spannenden Rennen bewiesen Mika Asenbauer als Startläuferin, Emily Adenstedt auf der zweiten Strecke und Schlussläuferin Eva Friedl Nervenstärke, Zusammenhalt und Kampfgeist. Natürlich wäre sogar noch etwas mehr möglich gewesen – gleichzeitig gilt das für viele andere Nationen ebenfalls. Entscheidend ist vielmehr die Entwicklung, die dieses Ergebnis widerspiegelt.

Die Staffel hat sich mit dieser Leistung selbst den größten Lohn erarbeitet: Solche Rennen schaffen Selbstvertrauen und bestätigen, dass konsequente Arbeit langfristig belohnt wird.

Mika Asenbauer (Naturfreunde Wien) überzeugte nach einer erfolgreichen EYOC speziell in den beiden Staffelbewerben. Als Startläuferin zeigte sie eine beeindruckende Abgeklärtheit und bestätigte einen weiteren wichtigen Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung. Auch wenn der Ärger über den einen oder anderen Fehler naturgemäß auch vorhanden ist, bleibt die Summe ihrer Leistungen bemerkenswert.

Ein erfreuliches Kapitel schrieb auch Eva Friedl. Nach einem Winter, in dem aufgrund verschiedener Umstände kaum ein strukturiertes Grundlagentraining möglich war, startete sie mit einem deutlichen Trainingsrückstand in die Saison. Sie arbeitete sich kontinuierlich zurück und zeigte in Karlskrona, dass sich konsequente Arbeit und Geduld auszahlen.

Vor allem in der Damenstaffel bewies Eva als Schlussläuferin große Nervenstärke. Mit viel Ruhe, Übersicht und Selbstvertrauen brachte sie den hervorragenden 14. Platz für Österreich sicher ins Ziel und setzte damit den Schlusspunkt unter eine starke Mannschaftsleistung. Diese Vorstellung war gleichzeitig die verdiente Belohnung einer Entwicklung, die klar nach oben zeigt, und Mut macht für die kommenden Herausforderungen.

Auch Kiara Piskorz nahm viele positive Eindrücke aus Schweden mit. Besonders bemerkenswert war ihre Einstellung, bis ins Ziel, unabhängig vom Rennverlauf noch einmal alles zu investieren. Mehrfach gehörte sie im Zielsprint zu den Schnellsten. Im Sprint erzielte sie sogar die Bestzeit. Einzelne größere Orientierungsfehler verhinderten bessere Resultate, gleichzeitig zeigen gute Abschnitte das vorhandene Potenzial deutlich auf.

Viele wertvolle Entwicklungsschritte im Herrenteam

Nach einem starken JWOC-Langdistanz-Ergebnis im Vorjahr verlief die Woche für Niklas Ochenbauer (HSV OL Wiener Neustadt) nicht ganz nach den eigenen Vorstellungen. Die Ergebnisse blieben hinter seinen persönlichen Erwartungen zurück. Gleichzeitig bieten gerade solche Wettkämpfe wichtige Erkenntnisse. Niklas nimmt viele Impulse mit und hat nun ein klares Bild davon, woran bis zu seiner letzten Junioren-WM gearbeitet werden muss.

Für Jonas Meizer (SU Klagenfurt) war Karlskrona der erste internationale Einsatz seiner Karriere. Umso erfreulicher waren seine Leistungen über die Mittel- und Langdistanz. Er zeigte, dass er bereits jetzt auf diesem Niveau konkurrenzfähig sein kann und sammelte wertvolle Erfahrungen für die kommenden Jahre.

Auch Theo Dobler (MTV Hernals) hatte in der unmittelbaren Vorbereitung mit gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen. Allein die erfolgreiche Rückkehr an die Startlinie war deshalb bereits ein Erfolg. Umso höher ist einzuschätzen, wie gut es ihm gelang, sich mental auf seine Möglichkeiten einzustellen und in den Wettkämpfen das Beste aus seiner Situation herauszuholen. Fehler verhinderten zwar noch bessere Resultate, dennoch überwogen Einsatzbereitschaft und Kampfgeist.

Einen gelungenen Abschluss seiner Junioren Karriere feierte Maximilian Rass. Der Tiroler war mit seinen Leistungen nicht immer vollauf zufrieden, zeigte aber in jedem Rennen vollen Einsatz und vertrat die österreichischen Farben mit großem Engagement.

Bitteres Ende für die Herrenstaffel

Sport schreibt nicht nur Erfolgsgeschichten. Für die österreichische Herrenstaffel endete der Bewerb nach einem fehlenden achten Posten auf der Startstrecke enttäuschend. Gerade in einer Staffel ist das besonders bitter, weil das Ergebnis das gesamte Team betrifft. Gleichzeitig gehören solche Erfahrungen zum Entwicklungsprozess im Leistungssport dazu. Entscheidend ist, daraus zu lernen und gestärkt zurückzukommen.

Weltklasse als Maßstab

Auch international bot die JWOC einmal mehr Orientierungslauf auf höchstem Niveau. Die Medaillengewinner:innen überzeugten durch außergewöhnliche Laufleistungen, hohe technische Präzision und starke mentale Stabilität.

Die dominierenden Nationen bleiben weiterhin Schweden, Norwegen, Finnland und die Schweiz, die in vielen Bereichen den Maßstab setzen. Gleichzeitig zeigen einzelne Athlet:innen anderer Nationen, dass der Weg an die Spitze über konsequente Entwicklung möglich ist.

Gemeinsamer Blick nach vorne

Die JWOC 2026 hat bestätigt, dass im österreichischen Nachwuchsteam bereits einiges gut funktioniert und auf einem stabilen Fundament aufgebaut werden kann.

Auch wenn die führenden Orientierungslauf-Nationen Österreich derzeit noch ein bis zwei Entwicklungsschritte voraus sind, hat das Team in Karlskrona eindrucksvoll bewiesen, dass Einsatzbereitschaft, Professionalität und der Fokus, am entscheidenden Tag das eigene Maximum abzurufen, vollständig vorhanden sind.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht der einzelne Moment, sondern der gemeinsame Prozess: die kontinuierliche Weiterentwicklung jeder Athletin und jedes Athleten sowie das gemeinsame Wachsen als Team. Genau diesen Weg gehen wir konsequent weiter – mit dem Ziel, das vorhandene Potenzial künftig noch stabiler und häufiger auf die internationale Bühne zu bringen und dabei möglichst viele Athlet:innen für diesen Weg zu begeistern.

Der nächste gemeinsame Schritt folgt bereits Anfang August beim Sommertrainingslager in Bad Leonfelden.

Fotos: Mario Amann

Weitere News

WM in Genua: Starke Formkurven und Rekord-Übertragung im ORF!

JWOC 2026: Ein Team auf dem richtigen Weg

NEUE BLOG Serie mit Top-Analysen: Internationale Wettbewerbe im Fokus – jetzt JWOC

Rückblick auf die EYOC 2026 im Orientierungslauf

JWOC-Sprint: Großartiger 9. Platz für Emily Adenstedt!

Abschied von Siegfried Hauser