Am Samstag, 18. Juli, und Sonntag, 19. Juli 2026, wurde der MTBO-Austria-Cup 2026 mit zwei Bewerben in Ungrn fortgesetzt.
Agnes und Peter Vajda mit ihrem Verein „Balaton Füredi Sport Club“, sowie Tamas Janko als Koordinator waren die Hauptverantwortlichen für dieses Wettkampfwochenende. Es wurden eine Mittel-, sowie eine Langdistanz auf zwei verschiedenen Karten (überlappend) durchgeführt, somit hatten beide Bewerbe auch unterschiedliche Charakteristika.
Insgesamt 125 Starter:innen aus Ungarn, Österreich und Tschechien fanden sich am Sportplatz von Marko – dem westlichen Vorort von Veszprem – ein, darunter befanden sich ca. 50 Austria-Cup-Teilnehmende.
Für Nachwuchs- und Seniorenklassen wurde die Österreichische Mitteldistanzmeisterschaft am Samstag im durchgeführt. Dieser Bewerb war für die Starter:innen wahrlich eine harte Prüfung. An einem der heißesten Tage des Jahres bei ca. 33-35Grad, in staubtrockenem Föhrenwald, erschienen die eh schon am oberen Limit angesetzten Bahnen noch extremer.
In etlichen Klassen wurde u.a. durch die enormen Bedingungen der „Podiumsdurchschnitt“ weit überschritten. Leider gab es samstags unterwegs auch keine Verpflegungsstellen, die bei derartigen Bedingungen durchaus notwendig gewesen wären.
Auch gab es an der Karte an wettkampf-entscheidenden Stellen einige unklare Darstellungen [z.B.: befahrbare vs. nicht befahrbare Schneisen], was einige Fahrer:innen aus dem Konzept brachte. Vermeidbare Fehler als auch unnötige Stehzeiten wurden dadurch verursacht, da die jeweilige Situation nur in Ruhe visualisiert und dann eindeutig zugeordnet werden konnte; und man dann oft auch zum Improvisieren gezwungen war.
Ansonsten war das Terrain ein generell flachwelliger, leicht hügeliger Nadelwald, der quasi „schachbrettartig“ angeordnet ist. Die Wegewertigkeit war sehr unterschiedlich, je nach Beschaffenheit des Untergrundes (Schotter, Waldboden, Sand, dazu Wurzeln und Zapfen), wobei das Wegenetz nicht immer so gut zu befahren war wie auf der Karte dargestellt. Dazwischen türmten sich immer wieder kurze, intensive Schotter- oder Erdrampen auf, wo man aufgrund der Hitze und der mangelnden Geschwindigkeit schon mal „vom Rad“ musste und nur schiebend weiterkam.
In den beiden Eliteklassen konnten sich jeweils österreichische Fahrer:Innen durchsetzen.
Die Herren hatten 15,9km Luft / 21,0km Ideal bei 200 HM zurückzulegen.
Tobias BREITSCHÄDEL [ASKÖ Henndorf] konnte auf der Mitteldistanz in 59:30 vor Bernhard KOGLER [OL Kufstein] in 62:01 den Sieg erringen. An der 3.Stelle lag mit Laszlo ROZSA [Megalodusz SE] [67:09] der beste ungarische Fahrer.
Die Elite-Damen hatten 14,5km Luft / 19,0km Idealroute mit 170HM zu absolvieren.
Michaela GIGON [OLT Transdanubien] konnte in 72:45 einen deutlichen Sieg vor der Ungarin Vanda BARDON-KINDE [Gödöllö SE] in 82:45 herausfahren. An der 3.Stelle platzierte sich mit Franziska BRODINGER [ASKÖ Henndorf] die nächstbeste Österreicherin.
In vier Senioren-Kategorien konnten Österreichische Meister:innen gewertet werden [D50-, H50-,H60-,H70-].
Bedauerlicher Weise gab es in keiner Nachwuchsklasse eine Meisterschafts-Wertung.

Komplett konträr war der AC-Bewerb am darauffolgenden Tag, obwohl das letzte Streckenviertel auf der Karte des Vortages absolviert werden musste.
Eine Ultra-Challenge [Ungarische Langdistanz-MS] bei sengender Hitze, in stark hügeligem und unübersichtlichem Terrain, mit viel Gestrüpp, Dornen und Disteln, was das erlaubte Querfahren an vielen Stellen, nicht ganz risikofrei machte. Dazu kamen einige zünftige Downhills; aber noch gefürchteter waren einige extrem steile, schotterige Rampen am Rande eines tiefen – quer durch die Karte verlaufenden Canyons.
Leider war die farbliche Kartendarstellung in manchen Bereichen kaum lesbar und wettkampfentscheidende Routen konnten somit nicht herausgelesen werden.
So waren z.B. braune Höhenlinien unter dem großflächigen Orange für freie Befahrbarkeit auf offenen Flächen nicht lesbar, weswegen manche schnellere Umfahrungsrouten ohne Höhenmeter einfach nicht „interpretiert“ werden konnten.
Trotzdem konnten sich die besten Biker:innen wiederum durchsetzen, da das fahrerische Element deutlich bevorzugt wurde.
Die Herren-Elite hatten 31,7km Luft / 42,0km Ideal bei 500Hm (22 Posten) angegeben; tatsächlich waren es mindestens 46km mit über 700Hm zurückzulegen.
Bernhard KOGLER hatte an diesem Tag die besten Beine und konnte mit seiner Zeit von 126:41 den Tagessieg erringen. Tobias BREITSCHÄDEL errang mit seinem Rückstand von knapp weniger als zwei Minuten Platz 2 [128:35]. Damit konnte er dennoch knapp die 2-Tages-Gesamtwertung gewinnen. Platz 3 ging an diesem Tag an den Ungarn Zoltan TOTH [Silvanus] in 142:43. Ein kräftiges „Lebenszeichen“ gab an diesem Tag der beste österreichische Junior Linus DOBLER [MTV Hernals] ab, der in 142:54 den 4.Tagesrang in der Elite einnehmen konnte.
Auch die Damen-Elite wurde an diesem Tag nicht verschont. 27,6km Luft / 36,0km Ideal und 400 HM (22 Posten) standen zu Buche und wiederum wurde es ein sehr langer Tag!
Michaela GIGON gewann auch diesen Bewerb (und somit auch die Gesamtwertung) mit deutlichem Vorsprung [132:09] vor der Ungarin Vanda BARDON-KINDE [Gödöllö SE] in 155:28 und wieder vor Franziska BRODINGER [180:46].
Trotz einiger Pannen und teilweise weiten Fußmärschen zurück zum Ziel kamen schließlich alle FahrerInnen wieder gut nach Hause.
Nach einer kurzen Sommerpause geht es am 26. und 27.September im Raum Vizovice/Zlin (Tschechien) mit gleich drei Austria-Cupbewerben an zwei Tagen (Massenstart, Mittel und Sprint) weiter.
Michael Melcher