Gelungene Landesverbandskooperation: Nachwuchs-Herbsttrainingslager auf der Insel Cres

Von 26. bis 30. Oktober 2026 stand die kroatische Insel Cres ganz im Zeichen des Orientierungslaufs: Kinder, Jugendliche und OL-begeisterte Familien nutzten die Herbstferien für erlebnisreiche Tage im Gelände. Die verbandsübergreifende Kooperation mehrerer österreichischer Landesverbände erwies sich dabei erneut als voller Erfolg – getragen von sportlicher Neugier, Teamgeist und echter Begeisterung für den Sport.

Starke Basis als Fundament für den Spitzensport

Hinter der Initiative steht ein strategischer Gedanke, der im Nachwuchsbereich des Verbands gezielt vorangetrieben wird: Ein nachhaltig erfolgreiches Gesamtsystem braucht vor allem ein breites, stabiles und verlässliches Fundament in den Regionen und Vereinen.

Trainingslager wie jenes auf Cres bilden dafür eine zentrale Säule. Wenn in den Bundesländern gemeinsame Angebote geschaffen werden, stärkt das die Basis im Nachwuchsbereich spürbar. Davon profitiert langfristig auch die Spitze: Je robuster die Basisarbeit auf Landes- und Vereinsebene funktioniert, desto wirkungsvoller kann sich das Nationalteam in Zukunft auf seine Kernaufgabe konzentrieren – nämlich gezielt und schwerpunktmäßig mit den besten Athletinnen und Athleten zu arbeiten.

„Diese Art der Trainingslager ist über die letzten Jahre kontinuierlich gewachsen und steht mittlerweile auf einer robusten, breiten Basis, auf der sich hervorragend weiter aufbauen lässt. Es hat definitiv viel Einsatz und Zeit gebraucht, um an diesen Punkt zu gelangen. Umso größer ist jetzt die Freude und Motivation, das Konzept und die Möglichkeiten Schritt für Schritt weiterzuentwickeln“, so Ursula und Martin Binder stellvertretend für das Organisationsteam.

Familiensache Orientierungslauf: Miteinander über Generationen

Eine weitere tragende Säule des Konzepts war die aktive Einbindung der Familien: Viele Eltern reisten gemeinsam mit ihren Kindern an und verbrachten die Tage auf der Insel. Dieses Miteinander über Generationen hinweg stärkt die Gemeinschaft nachhaltig und tut der Vereinskultur im Orientierungslauf gut.

Auch ganz praktisch zahlte sich diese Unterstützung aus: Das Thema Mobilität und Anreise ließ sich unkompliziert und gemeinschaftlich lösen, was die Organisation vor Ort enorm erleichterte. Direkt nach der Siegerehrung der ÖM Mannschaft in Tobelbad ging es in Fahrgemeinschaften Richtung Fähre. Vor Ort warteten nicht nur gemütliche Zimmer, sondern auch das Meer und zwei OL-Karten direkt vor der Haustür.

Abwechslungsreiches Programm: Vom Olivenhain bis zum Nachtsprint

Vor Ort bot sich ein fein abgestimmtes Programm mit einer ausgewogenen Mischung aus fordernden Einheiten („go hard“), technischem Feinschliff („easy going“) und entspanntem Tempo („cruising speed“):

  • Dienstag, 27.10. – Ankommen & Olivenhaine: Nach der Anreise startete der Einstieg mit einem lockeren und interaktiven Gruppen-Spaziergang am Strand zur Stadt, bevor am Nachmittag das erste Training im Gelände Creski maslinici folgte. Beim Orientieren zwischen den Olivenbaumfeldern galt der Blick nicht nur Karte und Kompass, sondern immer wieder auch den einheimischen Bauern bei der traditionellen Olivenernte.
  • Mittwoch, 28.10. – Sprint-Tempo & Nacht-OL: Vormittags hieß es in den verwinkelten Gassen von Grad Cres: „go hard“! Unter vollem Renntempo navigierte die Gruppe flink über Steintreppen und durch Torbögen – stets beäugt von entspannten Inselkatzen und eifrigen Bauarbeitern. Nach einer wohlverdienten Badepause im Meer folgte abends das nächste Highlight: Der Start zum Nacht-OL-Sprint fand direkt am Strand statt – pünktlich zu einem kitschig-schönen Sonnenuntergang.
  • Donnerstag, 29.10. – Hoch über Beli & Camp Champs: Der Ausflug führte in den Wald von Tramuntana/Niska, über dem majestätisch die Gänsegeier der Insel kreisten. Vormittags wurde bei den „Camp Champs“ in vollem Rennmodus um Sekunden gekämpft. Nach einer gemeinsamen Pause mit Jause, Sonne, Volleyball und Spikeball standen am Nachmittag technische Loops auf dem Programm, bei denen das genaue Höhenlinienlesen und Richtungshalten im Fokus standen. Für die Fortgeschrittenen galt es zusätzlich, sich jeweils eine Schleife zu merken und sie anschließend aus dem Gedächtnis zu laufen.
  • Freitag, 30.10. – Gruseliges Halloween-Mannschafts-Event zum Abschluss: Bereits frühmorgens ging es zurück in die Olivenhaine zum gemeinsamen Mannschafts- und Teambewerb. Passend zum Datum stand ein „Halloween-Team OL“ auf dem Plan: Echte Posten mussten von “Illusionsposten” unterschieden werden und maskierte Gestalten,  auf den Wegen sorgten für jede Menge Spaß und Tempo, ehe um 10 Uhr alle wohlbehalten im Ziel eintrafen.

Gemeinschaft und Austausch

Ergänzt wurde die Woche durch Yogaeinheiten mit Sonnengruß und Mondgrüße am Meer und vor allem durch den gemeinsamen Austausch. Bei den abendlichen Auswertungen wurden Routenentscheidungen besprochen und GPS-Tracks analysiert, wodurch alle voneinander lernen und alternative Linien diskutieren konnten.

Das Trainingslager auf Cres hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Potenzial in solchen Initiativen steckt: Wenn Landesverbände zusammenarbeiten und Familien den Sport gemeinsam leben, entstehen optimale Bedingungen, um die Begeisterung für den Orientierungslauf langfristig zu vertiefen. Ein herzlicher Dank gilt allen Betreuenden, Trainerinnen und Trainern, helfenden Eltern und allen Aktiven für ihren Einsatz und die geteilte Freude über alle Tage hinweg.

Livelox – Routen & Trainingsanalysen

Die GPS-Aufzeichnungen aller Trainingsläufe können über folgende Livelox-Einträge aufgerufen, verglichen und nachvollzogen werden:

Bericht von Uschi und Martin Binder

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