Werner Burmann

Geburtstagsgrüße für WOLV-Präsident Werner Burmann

Kaum zu glauben, aber laut Geburtsdatum wahr: Werner Burmann, Präsident des Wiener Orientierungslaufverbandes und jahrelanges Mitglied im ÖFOL-Vorstand, wird heute, am 17. Juli 2026, 80 Jahre alt.

Alles Gute, lieber Werner, zu deinem heutigen Geburtstag.

Wir nahmen Werners runden Geburtstag zum Anlass für ein Interview – über seinen originellen Einstieg in den OL bis zur Zahl 1.000, die heuer eine besondere Rolle spielte…

Interview mit Werner Burmann

Wie bist du eigentlich zum Orientierungssport gekommen?

Werner Burmann: Ich war beim ÖWSC, dem Österreichischen Wintersport Club, Kampfrichter in der Skisektion, Erich „Simmerl“ Simkovics war dort im Zweigverein Orientierungslauf, dem Vorgängerverein des OLC Wienerwald. 1968, da war ich 22 Jahre alt, organisierte Simmerl in Kaltenleutgeben die Österreichischen Jugend- und Juniorenmeisterschaften im Orientierungslauf und er fragte mich, ob ich die Zeitnehmung und Auswertung machen kann. Während die Läuferinnen und Läufer ins Ziel kamen, hatte ich genug Zeit, mir die Karten anzuschauen – und das interessierte mich. Ich fragte Simmerl, wo der nächste OL stattfindet.

Wie ging es dann weiter?

Der nächste OL war ein Schulbewerb in Wien. Da wurde ich in der Gästeklasse Dritter. So fing es an und ließ mich nicht mehr los. Schon der nächsten Saison – 1969 – habe ich an den Ranglistenläufen teilgenommen und mich von der Neulingsklasse bis in die Elite hochgedient. Den Einzug in den Kader habe ich immer knapp verfehlt, vielleicht, weil ich daneben auch noch an Radwettkämpfen teilgenommen habe, wo man viel trainieren muss.

Was waren deine größten Erfolge und schönsten Erinnerungen?

Einmal habe ich in der Elite einen Score-Lauf gewonnen, das war ein Highlight. In der Staffel wurde ich mit Erich Simkovics und Sepp Weber einmal Zweiter und bei einer Nachtmeisterschaft in Judenburg – damals noch mit der Taschenlampe – wurde es auch ein Stockerlplatz, ob zweiter oder dritter, weiß ich nicht mehr genau. Auch der erste ÖM-Titel in der H35 im Ski-O in Hall bei Admont war ein schönes Erlebnis.

Du dokumentierst ja alle deine Wettkämpfe. Wo stehst du derzeit in deiner Statistik?

Seit Beginn meiner Orientierungssport-Zeit habe ich 1.008 Wettkämpfe bestritten. Der tausendste Wettkampf war heuer am 2. Mai die Sprint ÖM im Ort Veitsch, die ich erfreulicher Weise mit einem Sieg beenden konnte. Ich habe von Anfang an mitgeschrieben und zuerst eine Art Tagebuch über meine Wettkämpfe geführt. Das habe ich dann in eine Excel-Tabelle übertragen. Ich habe auch alle Karten und Ergebnisse archiviert.

Wann wurdest du Präsident des Wiener Orientierungslaufverbandes (WOLV) und wie würdest du deine Amtszeit beschreiben?

Der WOLV wurde 1972 gegründet und ich war ab der Gründung drei Jahre lang Kassier. Später wurde ich Vizepräsident und seit 2012 bin ich Präsident. Aber nur mehr bis zum Spätherbst 2026 – da höre ich auf. Ich habe versucht, den WOLV in einem Team zu führen und den Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen herbeizuführen. Ein Höhepunkt war anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums am 30. April 2022 ein Lauf im Maurer Wald auf einer 50 Jahre alten Karte mit Bedingungen wie vor 50 Jahren – mit PÜST, wo die Kontrollposten von einer Musterkarte auf die eigene Laufkarte übertragen werden mussten, Zwickzange und Kontrollkarte. Auch die Durchführung der Sport Austria Finals heuer im Juni war ein letztlich schönes, wenn auch arbeitsreiches Ereignis. Es mussten ja nicht nur die Wettkämpfe – ÖSTM Sprint und ÖSTM Knockout Sprint – organisiert, sondern auch alles mit der Sport Austria und den Abteilungen des Magistrates Wien koordiniert werden. Nach einer Sitzung mit der Polizei gab es ein 16-seitiges Protokoll, in dem alle Vorschriften und Verbote aufgezählt wurden. Sehr erfreulich ist, dass alle wesentlichen Wiener OL-Vereine mitgearbeitet haben. Es gab viel Lob.

Wie hat der Orientierungslauf dein Leben geprägt?

Ich habe zu einer Sportart gefunden, die sich in erster Linie in der Natur abspielt, wo man Geist und Körper trainiert. Ich habe viele schöne Gegenden kennengelernt, wo ich sonst nie hingekommen wäre, und dadurch auch neue Urlaubsorte entdeckt. Auch die familiäre Atmosphäre bei den Wettkämpfen ist etwas ganz Besonderes.

An welche Auslandserlebnisse mit Orientierungssport kannst du dich erinnern?

Prägend war 1970, da waren Erich Simkovics und ich anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums des dortigen Verbandes nach Norwegen eingeladen. In Österreich liefen wir zu dieser Zeit auf Fotografien von 1:50.000er-Karten, die auf 1:25.000 vergrößert waren. In Norwegen gab es bereits fotogrammatische Ausarbeitungen mit Höhenlinien im 5-Meter-Abstand und Vierfarbdruck. Jeder Hügel und jede Mulde waren mit Höhenlinien dargestellt.
1972 durften Franz Mayer und ich mit IOF-Unterstützung in Bulgarien am internationalen Pokal im Ski-Orientierungslauf teilnehmen. Pro Nation waren zwei Athleten zugelassen und der ÖFOL-Vorstand schickte uns beide hin. Von Fischer bekamen wir Ski mit Stahlkanten in der Mitte. Das Problem war: Am Wettkampftag hatte es einen halben Meter Neuschnee gegeben und der Schnee eiste auf unseren Skiern an…
In schöner Erinnerung sind mir viele Oringen und die 7.-November-Pokalläufe in Ungarn, wo ich ab 1969 teilgenommen habe. Im Alter kamen dann die Senioren-WM-Teilnahmen, heuer steht Polen am Programm.

Warum ist es so wichtig, bis ins hohe Alter sportlich und aktiv zu bleiben?

Orientierungslauf ist ideal, weil man beweglich bleibt und neben dem Körper auch den Geist trainiert. Das kann ich jedem nur empfehlen, auch den Jungen und vor allem jenen, die viel sitzen.

Wo siehst du die größten Entwicklungspotenziale für den Orientierungssport in Österreich?

Anfang Juli 2026 habe ich in der letzten Schulwoche für das Wiener Gymnasium Sacre Coeur an zwei Tagen im Prater eine Einführung in den Orientierungslauf gemacht, da gab es einige Schülerinnen und Schüler, die sich richtig reingetigert haben. Da sehe ich ein großes Entwicklungspotenzial – in der Zusammenarbeit mit den Schulen. Ich hoffe sehr auf neue Impulse durch die Tägliche Bewegungseinheit.

Welche Botschaft liegt dir am Herzen?

Wichtig ist die Zusammenarbeit und das Herstellen von Konsens zwischen verschiedenen Meinungen, die manchmal auseinandergehen. Das gemeinsame Erlebnis und die Freundschaften, die ich geschlossen habe – das findet man nicht in jedem Sport.

Aktuelle Ehrungen

Beim Wiener Skiverband war Werner Burmann 40 Jahre lang Vizepräsident, 26 Jahre lang Kampfrichterreferent und zehn Jahre lang nordischer Sportwart. 32 Jahre lang war er beim Österreichischen Skiverband (ÖSV) für die Technischen Delegierten im Ski-Langlauf verantwortlich. Am 25. Juni 2026 wurde er in Kitzbühel mit dem Goldenen Ehrenzeichen des ÖSV ausgezeichnet:

Am 30. Juni 2026 erhielt Werner Burmann das Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik:

Das Headerfoto zeigt Werner Burmann als Sieger bei der ÖM Sprint 2020 in Graz.

Bildergalerie

Hier sind weitere historische Dokumente aus seiner OL-Vergangenheit:

1970 bei der Wiener Schulmeisterschaft mit Erich Simkovics (Mitte) und Fritz Marth (links).

Bei der ÖM Staffel 1972 mit Erich Simkovics.

Beim Ski-O World Meeting 1973 mit der leider schon verstorbenen Sarolta Monspart.

Bei einem Orientierungslauf in Seebenstein 1978 mit dem HSV OL Wiener Neustadt als Veranstalter.

Bei der ÖM Staffel 1978 – Werner vorne, dahinter Gerald Prosenbauer.

Alle Fotos: Archiv Burmann

Bei der WMOC 2022 in Italien.
Foto: getpica.com

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