Orientierungslauf-Spektakel in der Steiermark: Zwischen Krimi-Spannung und alpinen Hochgefühlen

Vom 1. bis 3. Mai 2026 versammelte sich die österreichische Orientierungslaufer:innen im Mürzer Oberland und den Fischbacher Alpen. Das verlängerte Wochenende bot einen perfekten Mix aus anspruchsvollem Wald-OL und einer spektakulären Sprint-ÖM, die unter dem Motto eines bekannten Landkrimis stand.

Auftakt in Strallegg: Ein „nordischer“ Feiertag

Das Wochenende begann am 1. Mai mit einer Mitteldistanz (Austria Cup) in Strallegg. Das Gelände am Rande der Oststeiermark präsentierte sich von seiner schönsten, aber auch physisch forderndsten Seite. Die dichten Heidelbeersträucher in den Wäldern der Fischbacher Alpen verlangten den rund 600 Läuferinnen und Läufern massive „Beinarbeit“ ab. Kartenzeichner und Bahnleger Wolfgang Pietsch nutzte das teils nordisch anmutende Gelände optimal aus und bot technisch anspruchsvolle Postenstandorte, die den Auftakt zu einem wahren OL-Feiertag machten.

ÖM Sprint in Dorf Veitsch: Der „Landkrimi Steirerkreuz“

Am Samstag, den 2. Mai, verwandelte sich Dorf Veitsch in die Kulisse für die Österreichischen Meisterschaften im Sprint (Nachwuchs & Senioren). Unter dem Titel „Landkrimi Steirerkreuz“ – angelehnt an die gleichnamige ORF-Produktion, die hier gedreht wurde – erlebten die Aktiven weit mehr Spannung, als die ersten Google-Maps-Studien vermuten ließen.

Dank der Kooperation der Dorfbewohner, die ihre privaten Gärten und Hinterhöfe öffneten, entstand ein kniffliges Labyrinth. Sackgassen und unerwartete Routenwahlen forderten blitzschnelle Entscheidungen.

Lob der Aktiven: Das Veranstalterteam erhielt viel Anerkennung für die Karte und Bahnanlage von Nicolas Kastner, die diesen Sprint zu einem echten Krimi-Highlight machte.

Finale auf der Brunnalm: Hoch hinaus in der Hochsteiermark

Den krönenden Abschluss bildete am Sonntag die verlängerte Mitteldistanz auf der Brunnalm. Ein Hauch von Weltcup-Feeling kam auf, als der Vierersessellift die Teilnehmenden zum Start auf 1400m Seehöhe brachte.

Direkt unter den imposanten Südwänden der Hohen Veitsch bot das alpine Gelände mit steilen Wiesen, Blockfeldern und Latschengebüschen ein atemberaubendes Panorama. Die Bahnen verlangten absolute Konzentration bis zum letzten Posten bei der Talstation. Besonders hervorzuheben ist die akribische Vorarbeit: Für die neue Brunnalm-Karte verbrachte der Kartograph über 60 Stunden im extrem steilen Gelände, um die feinen Strukturen der Kalkstock-Landschaft exakt abzubilden.

Fokus Nachwuchs: Analyse der H-14 auf der Brunnalm

Ein besonderes Augenmerk lag beim 8. Austria Cup auf der Kategorie Herren bis 14. 13 junge Wettläufer stellten sich der alpinen Herausforderung (2,3 km / 145 hm) – und die Auswertungen zeigen, wie viel Dramatik in diesem Gelände steckte.

Das Spitzen-Trio: David Kaltenbacher (HSV OL Wiener Neustadt) dominierte den Sonntag gemeinsam mit Felix Borsitzky und Bastian Sparr (beide FUN-OL NÖ). Sie bewältigten den Parcours in einer beeindruckenden Laufzeit von rund 24 Minuten.

Das Mittelfeld: Mit konstanten Leistungen und Laufzeiten um die 30 Minuten zeigten Michael Fuchs, Peter Hartberger (beide FUN-OL NÖ) und Jakob Sandrisser (Naturfreunde Villach), wie man die Mischung aus steilem Wald und breiten Forststraßen taktisch klug meistert.

Ausdauer & Wille: Auch am Ende des Feldes wurde hart gekämpft. Timo Schnepf (OC Fürstenfeld), Luis Frey (OL Kufstein) und Oliver Jäger (OLC Wienerwald) erreichten nach rund 52 Minuten das Ziel und bewiesen enormen Kampfgeist in diesem anspruchsvollen Gelände.

Adrenalin statt Müdigkeit: Besonders beeindruckend war die Leistung von Gergő Hites (OLC Graz) . Obwohl er irrtümlich mit dem Lift zu Start „1“ fuhr und somit schon vor seinem Wettkampf einen Downhillsprint zu Start 2 (mit einer Differenz von -400 Höhenmetern) hinlegen musste um seine Startzeit zu erreichen legte er die beste erste Teilzeit hin. Von Müdigkeit keine Spur – hier war offensichtlich jede Menge Adrenalin im Spiel.

Routenwahl-Krimi bei Posten 2: Die Livelox- und Winsplit-Analysen liefern spannende Einblicke. Jakob Sandrisser (Naturfreunde Villach) lag beim ersten Posten noch auf dem hervorragenden 4. Platz. Doch der Weg zu Posten 2 wurde zum Schicksalsmoment: Während er bis zu einer Zeit von 3’22“ sogar noch vor dem späteren Sieger lag, verlor er im entscheidenden, steilen Abschnitt wertvolle Zeit (16. Teilzeit). Knapp zwei Minuten blieben hier im Gelände liegen – ein klassisches Beispiel dafür, wie entscheidend die Routenwahl in der Hochsteiermark war.

„Hurra, die Gams“ – Die Gesamtwertung

Bei der abschließenden Gesamtsiegerehrung auf der Sonnenterrasse des Panoramarestaurants „Gams“ wurden die konstantesten Läufer des Wochenendes geehrt. Als Trophäen dienten die begehrten „Gams-Pokale“. Mit dem Blick auf das Massiv der Hohen Veitsch endeten drei Tage, die zeigten, wie lebendig und hochwertig der Orientierungslauf in Österreich organisiert ist.

Ein großer Dank gilt allen Organisatoren, den Gemeinden Strallegg und Veitsch sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die dieses OL-Wochenende ermöglicht haben.

Dieser Artikel nimmt einige Anleihen an den Natufreunde Wien-Berichten von Boris Kastner-Jirka.
Vielen Danke für die Erlaubnis.
Ko-Autoren; H14 Breitensport: Helmut Grassinger und Richard Werner

Alle Fotos, Ergebnisse und Zwischenzeiten unter:
https://anne.orienteeringaustria.at/event/om-3-tage-4-laufe

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