Am dritten Wettkampftag der Orientierungslauf-Weltmeisterschaft 2025 im finnischen Kuopio stand die physisch und technisch fordernde Langdistanz auf dem Programm. In einem kräftezehrenden Rennen im anspruchsvollen skandinavischen Gelände konnte das österreichische Team mit mehreren starken Leistungen aufzeigen – allen voran Jannis Bonek, der an seinem Geburtstag mit einem 10. Platz ein internationales Ausrufezeichen setzte. Auch die WM-Debütanten Nicolas Kastner und Georg Gröll überzeugten mit soliden Auftritten.
Starkes Damen-Duo: Anika und Jasmina Gassner erneut solide
Anika Gassner zeigte ein konzentriertes Rennen und platzierte sich am Ende auf Rang 26.
„Ich hatte am Anfang nicht ganz den Flow und war etwas nervös. Es war ein kleiner Fehler dabei, aber dann habe ich es geschafft, nach vorne zu schauen und das Rennen zu genießen. Dann konnte ich auch etwas mehr pushen. Das Gelände war sehr anspruchsvoll. Mein Ziel waren die Top 20, aber ich glaube, das war trotzdem ein stabiles Ergebnis“, so die ÖFOL-Athletin nach dem Rennen.
Jasmina Gassner kämpfte sich erneut tapfer ins Ziel und belegte Platz 29:
„Es war physisch extrem tough. Zu Beginn ist es noch gegangen, aber später bin ich leider etwas eingegangen – es war ein richtiger Kampf. Technisch war es okay, aber physisch eben nicht optimal. Jetzt heißt es: erholen und dann freue ich mich auf die Staffel am Samstag.“
Bonek hadert trotz Top 10 mit Ergebnis – Kastner und Gröll mit gelungenem Debüt
Mit einem 10. Platz unterstreicht Jannis Bonek auch an seinem Geburtstag seine Rolle als Österreichs Aushängeschild im Elitebereich – wirklich zufrieden war er nach dem Rennen jedoch nicht:
„Es war sehr lang und hart. Es hat suboptimal begonnen, aber ich habe weitergekämpft und dann den Flow gefunden. Im Verlauf des Rennens habe ich Seitenstechen bekommen – ab dann war es ein großer Kampf. Mit dem 10. Platz bin ich eigentlich nicht zufrieden, das Ziel war höher gesteckt. Die Form war leider nicht so optimal wie erhofft. Es hat einfach nicht für mehr gereicht.“
Für Nicolas Kastner wurde es bei seiner ersten WM-Langdistanz ein sehr beachtlicher 25. Platz.
„Es war sehr hart und ein mentaler Kampf. Ich wusste, dass ich gut drauf bin – obwohl ich die letzten Wochen krank war, habe ich mich am Start richtig gut gefühlt. Der Anfang war extrem anstrengend mit kleineren Fehlern, aber ich habe dann gut ins Rennen gefunden. Am Ende sind mir leider zwei größere Fehler passiert. Es ärgert mich ein wenig, dass ich mein Traum-Ziel, die Top 20, knapp verpasst habe – aber ich bin trotzdem überglücklich mit der Top-25-Platzierung bei meinem WOC-Debüt. So viele Freunde und Familie hier – es ist einfach schön und ich freu mich.“
Auch Georg Gröll zeigte bei seiner ersten WM ein solides Rennen und belegte Platz 45:
„Technisch ist es ganz gut gegangen, ich habe durchgezogen, was ich mir vorgenommen habe. Physisch war es aber extrem anstrengend – ich hatte dann auch Krämpfe. Mit meiner technischen Performance bin ich aber happy – da kann ich mir wenig vorwerfen.“
Simona Aebersold vor Tove Alexandersson
In diesem langen und harten Rennen entschieden bei den Damen letztlich Sekunden über den Sieg. Besonders spannend war es bei den Damen, wo sich die Schweizerin Simona Aebersold mit nur neun Sekunden Vorsprung auf die Schwedin Tove Alexandersson nach 1:34:51 Stunden den Weltmeisterinnen-Titel holte. Dritte wurde die Norwegerin Andrine Benjaminsen.
Bei den Herren schaffte Kasper Harlem Fosser (Norwegen) in 1:37:50 seinen dritten Sieg bei einer Langdistanz-WM in Folge. Zweiter wurde der Schwede Martin Regborn (1:40:47), Dritter „Marathon-Mann“ Matthias Kyburz (1:41:30). Der Schweizer hatte sich im Vorjahr mit einer Zeit von 2:07:44 für den Olympia-Marathon in Paris qualifiziert und den Olympia-Lauf dann mit 2:11:32 auf Rang 30 beendet. Im Februar 2025 unterbot er diese Sensationszeiten noch und lief beim Sevilla-Marathon mit 2:06:48 als Vierter und bester Europäer ins Ziel.
Ausblick: Staffel-Finale am Samstag
Zum Abschluss der WOC 2025 wartet am Samstag, 12. Juli, das große Staffel-Finale – ein Wettkampf, auf den sich viele im rot-weiß-roten Team besonders freuen. Nach drei intensiven Renntagen heißt es nun: Regeneration, Teamanalyse und voller Fokus auf den letzten Höhepunkt.
Samstag, 12.07.25 – Langdistanz:
- LIVE_Stream in ORF ON ab 12:20 Uhr
- Link: https://on.orf.at/livestream/14439893/orientierungslauf-wm-kuopio-2025-staffel-in-voller-laenge
- Zusätzlich LIVE in ORF Sport Plus ab ca. 14.45 Uhr (nach dem Ende der LIVE-Übertragung von der Österreich-Radrundfahrt)
- Ende: ca. 16.35 Uhr
Live kommentiert werden die Wettkämpfe von Boris Kastner-Jirka. Anja Arbter wird am Samstag als Expertin mitkommentieren.
Zusätzlich sind in ORF Sport Plus folgende ausführliche Zusammenfassungen geplant:
- Mittwoch, 16.07.2025 – Mitteldistanz: 20.15-22.15 Uhr
- Donnerstag, 17.07.2025 – Langdistanz: 21.00-23.00 Uhr
- Freitag, 18.07.2025 – Staffel: 21.00-23.00 Uhr
Fotos: IOF / Kristina Lindgren, Ferri Gassner
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