Nebel-Thriller in Altendorf: Eine Meisterschaft der Puristen

Dichter Nebel, Sichtweiten unter fünf Metern und ein Organisationsteam, das beweist, dass Leidenschaft wichtiger ist als Manpower: Die diesjährige Österreichische Meisterschaft im Nacht-Orientierungslauf (10. April) in Altendorf wird der OL-Community noch lange als „Die Schlacht im weißen Nichts“ in Erinnerung bleiben.

Wenn der Wald zur Wand wird

Was am Nachmittag noch mit Schneefall und strömendem Regen begann, entwickelte sich pünktlich zum Startschuss zu einer der technisch anspruchsvollsten Aufgaben der letzten Jahre. Kaum war der Niederschlag abgeklungen, schob sich eine dichte Nebelwand durch das Gelände bei Altendorf.

Die Sicht betrug stellenweise nur wenige Meter – Bedingungen, die selbst für erfahrene Nacht-Spezialisten zur Zerreißprobe wurden. Wo sonst Lichtkegel den Weg zu den Posten weisen, starrten die Läufer*innen diesmal oft nur gegen eine weiße Nebelwand, welche durch den Lichtkegelreflektiert wurde. „Ungeplante Suchaktionen“ gehörten an diesem Abend quasi zum Pflichtprogramm.

und doch konnten an diesem Abend in 29 Alterskategorien Meistertitel vergeben werden zu denen wir herzlich Gratulieren!
Ergebnisse: https://anne.orienteeringaustria.at/event/om-nacht-3-austria-cup

Hinter den Kulissen setzte der HSV OL Wiener Neustadt unter der Leitung von Pierre Kaltenbacher (Wettkampfleiter und Bahnleger) ein klares Statement. Mit einem Rumpfteam von gerade einmal acht Personen wurde das gesamte Event gestemmt – von der Kartenaktualisierung über die Bahnenplanung bis hin zur Auswertung.

„Minimalistischer“ Erfolg: Das 8-Personen-Wunder

„Wir haben ganz bewusst versucht, mit einer kleinen Mannschaft das Auslangen zu finden“, so Kaltenbacher. „Wir wollten zeigen, dass ein nationaler Bewerb keine Heerschar an Mitarbeiter*innen benötigt, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert. Das soll auch kleineren Vereinen Mut machen, solche Meisterschaften auszurichten.“

Das Echo aus dem Netz: „Orientierung pur“

In den sozialen Medien wird der Wettkampf bereits heiß diskutiert. Die Meinungen der Teilnehmer*innen spiegeln die Intensität der Nacht wider:

  • „Postenjagd im weißen Nichts“: Auf Instagram teilen viele Läufer*innen ihre (fast komplett weißen) Stirnlampen-Videos. Der Tenor: „Man hat den Posten erst gesehen, wenn man direkt dagegen gelaufen ist. Wahnsinn!“
  • Fokus aufs Wesentliche: In den Facebook-Gruppen gibt es viel Lob für das reduzierte Konzept. „Kein unnötiges Trara, dafür eine top organisierte Kernleistung. Respekt an das kleine Team!“, schreibt ein Teilnehmer.
  • Taktik-Talk: Viele diskutierten über die extremen Anforderungen. „Das war kein Rennen, das war ein mentaler Überlebenskampf. Wer hier die Ruhe bewahrt hat, hat gewonnen.“

Ein starkes Netzwerk im Hintergrund

Trotz des kleinen Kernteams war das Event fest in der Region verankert. Ein großer Dank gilt der Gemeinde Altendorf unter Bürgermeisterin Ulrike Trybus, dem ÖFOL-TD Jürgen Egger sowie der örtlichen Jägerschaft. Dank dieser reibungslosen Zusammenarbeit konnte eine würdige und hochspannende Meisterschaft durchgeführt werden, die bewiesen hat: Orientierungslauf ist – vor allem bei Nacht – ein Sport für echte Charakterköpfe.

Wir gratulieren allen frischgebackenen Staatsmeister*innen, die im Nebel von Altendorf den Durchblick behalten haben!

Bewertungstool

Wir bitten euch wieder um eure Meinung und Punkte im Bewertungstool des ÖFOL: https://anne.orienteeringaustria.at/event/om-nacht-3-austria-cup

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