Zum Abschluss der MTBO-Weltmeisterschaften stand die Staffel auf dem Programm, wobei Finnland bei den Herren nach den bisherigen Erfolgen mit zwei Staffeln als haushoher Favorit galt. Für Österreich ging es darum, sich im Kreis von rund sechs ähnlich starken Nationen eine Chance auf eine Medaille oder zumindest ein Diplom zu erarbeiten.
Mit Georg Koffler am Start wurde diesmal eine neue taktische Variante versucht. Der Kärtner fand gut ins Rennen, konnte mit der Spitze weitgehend mithalten und übergab mit nur knapp zwei Minuten Rückstand an Andreas Waldmann, der mit dem späteren Bronzemedaillengewinner aus der Schweiz, Adrian Jäggi, ins Rennen ging. Dem Routinier wurde das dichte schwedische Wegenetz jedoch zum Verhängnis: eine kleine Unachtsamkeit bei einer Kreuzung führte zu einem großen Fehler, der Waldmann in der Folge leider aus dem Konzept brachte. Die zahlreichen Feinheiten der Wege und falsch interpretierte Kreuzungen kosteten wertvolle Zeit, wodurch Österreich zwischenzeitlich zurückfiel. Die alte Weisheit, dass bei einer Staffel eigene Gesetze gelten, hat sich diesmal wieder bestätigt. Letztendlich übergab Andreas Waldmann als 14. – weit unter seinem Wert geschlagen – an Schlussfahrer Hannes Hnilica mit knapp über 10 Minuten Rückstand.

Nach kleinen Unsicherheiten beim Sprint am Vortag kam der Heeressportler als Schlussfahrer mit den Bedingungen diesmal wieder sehr gut zurecht und konnte auf den letzten Kilometern noch einige Positionen gutmachen. Mit einer starken Schlussleistung brachte er die österreichische Staffel schließlich noch auf den 7. Platz unter 25 gestarteten Teams, wobei sechs schnellere Teams aus sechs verschiedenen Nationen kamen.
Damit verpasste Österreich wie schon zuletzt bei der WM in Polen die Siegerehrung nur knapp. Der siebente Rang ist angesichts der starken Konkurrenz und des Rennverlaufs ein durchaus solides Ergebnis – die persönlichen Erwartungen konnten damit allerdings nicht erfüllt werden.
Überraschungen an der Spitze
Für die wohl größte Überraschung sorgte das Endergebnis an der Spitze: Keine finnische Staffel schaffte es auf das Podest. Beide finnischen Teams hatten mit Problemen zu kämpfen – ein Team verlor durch einen Defekt wertvolle Zeit, das andere kassierte einen „Mispunch“. Die dritte Staffel der Skandinavier hatte zwar die sechstschnellste Zeit, war aber außer Konkurrenz am Start, da nur zwei Teams pro Nation zugelassen sind.
Davon profitierte unter anderem Schweden. Die Gastgeber zeigten sich unerwartet stark und sicherten sich mit einer überzeugenden Leistung ein Diplom. Sieger wurde Litauen vor Frankreich und der Schweiz.
Auch die zweite österreichische Staffel, AUT 2 (Martin Illig, Tobias Breitschädel, Bernhard Kogler), schlug sich gut und erreichte als zwölftschnellstes Team das Ziel.
Blick nach vorne: 2027
Die Enttäuschung über die knapp verpasste Siegerehrung hält sich mit vielen internationalen Medaillen und dem Gesamtweltcupsieg für unser Team dennoch in Grenzen. Der Blick geht bereits nach vorne: 2027 warten mit der Europameisterschaft in Tschechien und das Weltcupfinale (+U23WM) in Portugal zwei besondere Ziele.
Tschechien ist für das österreichische Team eine Art zweite Heimat, während Portugal mit besonders guten Erinnerungen verbunden ist. Die Vorfreude auf die nächste Saison ist daher bereits groß – mit der Hoffnung, dort wieder um die ganz vorderen Plätze kämpfen zu können.
Bericht by Sonja&Thomas Hnilica
für All jene die jetzt Lust auf MTBO bekommen haben:
offener Trainingstag am Sa.05.09: https://anne.orienteeringaustria.at/event/mtbo-trainingstag
Vormittag: Treffpunkt 10h, Spielplatz Am Felde“ Gainfarn. Bad Vöslau. Startmöglichkeit bis 11h
Nachmittag: Treffpunkt 14h, Friedhof Gainfarn, Friedhofgasse 10, 2540 Bad Vöslau, Startmöglichkeit bis 15h
Dazwischen kann man am Spielplatz in der Mittagpause eine Jause (bitte mitbringen) genießen, Wasser ist vorhanden.
Für Einsteiger können 4 – 5 Kartengestelle ausgeborgt werden, bitte vorher melden!
Bei den Trainings gibt es jeweils eine längere/anspruchsvollere und eine kürzere/einfachere Bahn.
Für Anfänger oder sehr junge Teilnehmer können wir die Strecken noch spontan anpassen.
Die Posten werden mit Bändern markiert, auch schon vorhandene NAVITABI-Trainings können genutzt werden, daher eventuell die App schon davor im AppStore herunterladen.